Wohnmobil aus dem Winterschlaf holen: Sicher in die Camping-Saison starten

VonOliver

23. März 2026
Wohnmobil aus dem Winterschlaf holen: Sicher in die Camping-Saison startenQuelle: https://www.presseportal.de/pm/116025/6233311

Beginne mit einer gründlichen Reinigung deines Wohnmobils, idealerweise in einer SB-Waschanlage. Achte darauf, den Wasserdruck nicht zu hoch einzustellen, um Lack, Kunststoffteile oder Lüftungsgitter nicht zu beschädigen. Ein mildes Reinigungsmittel hilft, Schmutz und Salzrückstände, die sich über den Winter angesammelt haben, zu entfernen.

Besondere Aufmerksamkeit solltest du der Windschutzscheibe, dem Dach, dem Unterboden und den Radkästen schenken. Während der Reinigung lohnt sich auch ein Blick auf den Rahmen und tragende Teile, um Rost oder Korrosion frühzeitig zu erkennen. Überprüfe außerdem die Markise, Dachaufbauten und andere Anbauteile auf Beschädigungen und teste sie einmal. Abschließend ist es ratsam, die Gummidichtungen an Türen und Fenstern zu pflegen.

Innenraum und Wassersystem startklar machen

Selbst wenn du dein Wohnmobil vor der Winterpause gereinigt hast, ist eine erneute Kontrolle vor der ersten Fahrt sinnvoll. Befreie Möbel, Polster und Stauräume von Staub und Schmutz und reinige Küche, Kühlschrank und Bad gründlich.

Prüfe die Dichtungen der Camping-Toilette und spüle die Frisch- und Abwassertanks nach längerer Standzeit gründlich und desinfiziere sie. Ein Nachspülen mit klarem Wasser ist ebenfalls empfehlenswert. Überprüfe die Leitungen, Armaturen und die Wasserpumpe auf mögliche Frostschäden. Achte auf Tropfstellen, Druckverlust oder ungewöhnliche Geräusche, die auf Undichtigkeiten hinweisen könnten. Wenn du Wasserfilter eingesetzt hast, solltest du auch diese überprüfen.

Zusätzlich ist es wichtig, Stauräume, Polster und Ecken auf Feuchtigkeit oder Schimmel zu kontrollieren. Während der Reinigung hilft gründliches Lüften, um das Fahrzeug vollständig zu trocknen.

Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten prüfen

Nach längerer Standzeit zählen Reifen zu den häufigsten Schwachstellen. Achte auf die Profiltiefe, den Luftdruck und das Alter der Reifen. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Restprofil. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, bei Sommerreifen mindestens drei Millimeter und bei Winter- und Ganzjahresreifen mindestens vier Millimeter Restprofil zu haben, um bei Nässe sicher fahren zu können und das Risiko von Aquaplaning zu verringern.

Das Alter der Reifen kannst du an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Ab etwa sechs Jahren solltest du die Reifen kritisch prüfen. Bei Tempo-100-Gespannen dürfen sie maximal sechs Jahre alt sein.

Zusätzlich solltest du folgende Flüssigkeiten kontrollieren:

  • Motoröl
  • Kühlmittel
  • Bremsflüssigkeit
  • Servolenkungsflüssigkeit

Die Bremsanlage sollte ebenfalls geprüft werden. Nach längerer Standzeit kann sich Flugrost auf den Bremsscheiben bilden. Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei einer Probefahrt solltest du ernst nehmen.

Batterie und Bordelektrik testen

Die Starter- und Aufbaubatterie verlieren während der Winterpause häufig an Leistung. Daher solltest du den Ladezustand prüfen und bei Bedarf nachladen.

Es empfiehlt sich auch, die gesamte Bordelektrik zu testen. Dazu gehören Innen- und Außenbeleuchtung, die 12-Volt-Anlage, Steckdosen, Ladegerät und Hupe. Wenn dein Wohnmobil über eine Solaranlage, einen Wechselrichter oder eine Klimaanlage verfügt, solltest du diese ebenfalls überprüfen. Kontrolliere die Landstromkabel, Sicherungen und den FI-Schutzschalter auf sichtbare Schäden.

Gasanlage und Sicherheitsausstattung

Gasbetriebene Geräte wie Heizung, Kocher oder Kühlschrank müssen einwandfrei funktionieren. Für Wohnmobile und Wohnwagen mit fest verbauter Flüssiggasanlage ist eine Gasprüfung alle zwei Jahre vorgeschrieben. Diese Prüfpflicht ergibt sich aus § 60 StVZO und gilt unabhängig von der Hauptuntersuchung.

Prüfe Schläuche, Druckminderer und Anschlüsse auf sichtbare Schäden. Achte auch auf die Abschaltsicherung der Gasgeräte: Erlischt die Flamme, muss die Gaszufuhr automatisch unterbrochen werden.

Vergiss nicht die Sicherheitsausstattung: Verbandskasten, Warndreieck, Warnwesten sowie Rauch- oder CO-Melder und ein Feuerlöscher sollten vollständig und funktionsfähig sein.

Gewicht und Beladung beachten

Das zulässige Gesamtgewicht findest du in der Zulassungsbescheinigung unter F1, das Leergewicht unter G. Die Differenz ergibt die mögliche Zuladung.

Da optionales Zubehör häufig nicht im Leergewicht enthalten ist, kann eine Kontrolle auf einer öffentlichen Waage sinnvoll sein. Achte darauf, schwere Gegenstände möglichst tief und nahe der Fahrzeugmitte zu verstauen. Überladung kann Bußgelder nach sich ziehen und die Fahrstabilität beeinträchtigen.

Hauptuntersuchung im Blick behalten

Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung. Wohnmobile von 3,5 bis 7,5 Tonnen müssen in den ersten sechs Jahren alle zwei Jahre und ab dem siebten Jahr jährlich zur HU. Für Wohnmobile über 7,5 Tonnen gilt der jährliche Rhythmus.

ACV Checkliste

Vor der ersten größeren Tour solltest du Folgendes prüfen:

  • Außenreinigung und Sichtprüfung
  • Innenraum und Wassersystem
  • Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten
  • Batterie und Bordelektrik
  • Gasanlage und Sicherheitsausstattung
  • Gewicht und Beladung
  • Hauptuntersuchung

Eine kurze Probefahrt rundet deinen Wohnmobil-Check ab. Dabei kannst du das Bremsverhalten, die Lenkung und die Fahrstabilität überprüfen.

Besonderheiten bei Wohnwagen-Gespannen

Wenn du mit einem Wohnwagen-Gespann unterwegs bist, solltest du zusätzlich die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger prüfen. Dazu gehören die Anhängerkupplung, die Steckverbindung, die Auflaufbremse und das Abreißseil. Auch eine eventuell vorhandene Antischlingerkupplung sollte kontrolliert werden.

Achte außerdem auf die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs und die vorgeschriebene Stützlast. Beide Werte müssen eingehalten werden, um sicher unterwegs zu sein.

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VonOliver

Oliver Giertz ist der kreative Kopf hinter VanityOnTour, einem Blog, der sich dem Vanlife und Camper-Lifestyle widmet. Seit 2020 teilt er seine Erlebnisse und Tipps rund ums Reisen mit dem Kastenwagen. Oliver ist bekannt für seine praxisnahen Produkttests und hilfreichen Ratgeber, die Campern das Leben erleichtern. Als aktiver Nutzer sozialer Medien engagiert er sich auch in der Online-Camper-Community und organisiert Treffen für Vanlife-Enthusiasten. Seine Mission ist es, unvergessliche Momente und Erlebnisse zu schaffen.

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