Camping erfreut sich in Deutschland einer nie dagewesenen Beliebtheit. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2025 um 4,2 Prozent auf insgesamt 44,7 Millionen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung ist die Situation am Campingplatz Schillig angespannt.
Der Verkaufsprozess
Am 26. März öffnete der Campingplatz traditionell um 7 Uhr seine Schranke für die Saison. Dauercamper Frank König äußerte sich im NDR-Interview erfreut über den Saisonstart, doch die Freude wird durch die Ungewissheit über die Zukunft des Platzes getrübt. Der Platz, der rund 1500 Stellplätze und direkten Zugang zum Strand bietet, soll in einem Bieterverfahren verkauft werden. Im vergangenen Jahr zählte der Platz etwa 285.000 Übernachtungen und ist somit rentabel, muss aber dennoch verkauft werden.
Ursachen für die Insolvenz
Die finanzielle Schieflage der WTG ist auf ein gescheitertes Bauprojekt zurückzuführen. Das Thalasso Meeres Spa, das ursprünglich mit Kosten von 8,9 Millionen Euro kalkuliert wurde, schlug letztlich mit etwa 23 Millionen Euro zu Buche. Laut WTG sind die Pandemiefolgen, die Energiekrise und „unvorhersehbare Faktoren“ weitere Ursachen für die Insolvenz. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen einen ehemaligen Verantwortlichen wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Verletzung der Buchführungspflicht.
Verunsicherung unter den Stammgästen
Obwohl die WTG erklärt hat, dass der laufende Verkaufsprozess keine Auswirkungen auf die aktuelle Camping-Saison haben wird, sind viele Stammgäste verunsichert. Frank König äußerte die Hoffnung, dass der Campingplatz auch im nächsten Jahr unter einem neuen Betreiber weitergeführt wird. Er merkt jedoch an, dass eine mögliche Preiserhöhung durch den neuen Betreiber eine Abwägung erforderlich machen könnte, ob der Platz dann noch attraktiv bleibt.
Zukunftsperspektiven
Torsten Riedel, Geschäftsführer der WTG, betonte im Februar, dass man es begrüßen würde, wenn ein Investor eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet. Das Ziel sei es, den touristischen Betrieb dauerhaft zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen. Das Thalasso Meeres Spa bleibt zwar geöffnet, ein Verkauf könnte jedoch aufgrund von Rückzahlungspflichten bei Fördergeldern problematisch sein.
Das Bieterverfahren für den Campingplatz Schillig sollte ursprünglich bis zum 10. März laufen, was die Unsicherheit über die Zukunft des Platzes weiter verstärkt.
Originalartikel: google.com | Autor: kult-campingplatz-ungewiss-zr-94240523.html"> | Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
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